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1802-Jüdische Geschichte und Lebenswelten im östlichen Europa – Nur eine Geschichte von Verachtung und Verfolgung?

mit Exkursion

Zeitraum:
Kategorie: Bildung Heiligenhof
Veranstaltungsort: Der Heiligenhof - Alte Euerdorfer Str. 1 - D-97688 Bad Kissingen

Seminar zur politischen Bildung für Multiplikatoren und politisch interessierte Bürger/innen

Jüdische Geschichte ist untrennbar verbunden mit religiös, kulturell, sozial und rassisch motiviertem Antisemitismus. Unwissen und tradierte Stereotype der „Anderen“ haben dazu geführt. Höhepunkt des Antisemitismus ist die Shoa, die jüdisches Leben in Deutschland und im östlichen Europa nahezu gänzlich ausgelöscht hat. Seit dem Frühmittelalter lebten Anhänger des mosaischen Glaubens in vielen Regionen des östlichen Europa. Gerade in kultureller und ökonomischer Hinsicht formten Juden viele Landschaften im Osten Europas. Es lassen sich deutliche Unterschiede in Bezug auf Mentalität, Sprache, religiöse Praxis und gesellschaftliche Rolle zwischen den verschiedenen jüdischen Gruppen feststellen. Häufig hatten sie kaum oder keine Berührungspunkte oder Kontakte untereinander. Im Zuge der Aufklärung erlangten die Juden in Mitteleuropa im Verlauf des späten 18. und 19. Jahrhunderts die rechtliche Gleichstellung mit ihren christlichen Mitbürgern, während dies den Juden in Russland noch länger verwehrt wurde und in einigen Nachfolgestaaten des Osmanischen Reiches erst nach dem Ersten Weltkrieg eine formale rechtliche Gleichstellung erfolgte. Viele Juden versuchten durch sprachliche und „nationalkulturelle“ Assimilation mit regional ganz unterschiedlichen Ergebnissen einen Platz innerhalb einer der „modernen“ Nationen zu erkämpfen. Der seit dem Hochmittelalter auch im östlichen Europa latent vorhandene und mobilisierbare Antisemitismus erweiterte sich im Verlauf des 19. und frühen 20. Jahrhunderts zu einem auch national und später im 20. Jahrhundert rassisch motivierten Antisemitismus. Im Zuge der Shoa wurde in letzter Konsequenz dieses Weges in sämtlichen Staaten und Gesellschaften des östlichen Europas ein großer Teil der jüdischen Bevölkerung ermordet. Die Überlebenden wanderten nach 1945 – bzw. noch einmal in einer letzten Welle nach 1989 – nach Israel oder Übersee aus. Nur kleine oder kleinste Gruppen sind verblieben, daneben aber auch ein reiches materielles und immaterielles kulturelles Erbe, dem sich die gegenwärtigen Gesellschaften des östlichen Europa in sehr unterschiedlichen Maßen widmen.

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