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1902-Schicksalsjahre im Nahen und Mittleren Osten 1919/1979/2019

Zeitraum:
Kategorie: Bildung Heiligenhof
Veranstaltungsort: Der Heiligenhof - Alte Euerdorfer Str. 1 - D-97688 Bad Kissingen

Seminar zur historisch-politischen Bildung für Interessierte

Durch den Zerfall des Osmanischen Reiches nach dem Ersten Weltkrieg wurden im Nahen Osten – vor allem durch Frankreich und Großbritannien aufgrund kolonialer Interessen durch willkürliche Grenzziehungen – neue ethnisch und religiös heterogene Staaten geschaffen. In Syrien und dem Irak etablierten sich ab den 1960er Jahren panarabisch und sozialistisch geprägte Parteien und Machthaber. 1979 wurde im Iran der westlich orientierte aber despotisch herrschende Schah gestürzt und ein schiitisch-klerilales Regime übernahm die Macht und baute den Iran zu einem antiwestlichen „Gottestaat“ um. „Der Islam“ geriet in den Fokus der Auseinandersetzungen zwischen dem „Westen“ und den Staaten des Mittleren und Nahen Ostens. Zudem führte der Irak gegen den Iran von 1980 bis 1988 einen verlustreichen und zermürbenden Krieg um die Vorherrschaft am Persisch/Arabsichen Golf und um die dortigen Ölreserven. Ende 1979 kam die Sowjetunion einem „Hilferuf“ einer prosozialistischen Regierung in Afghanistan zu Hilfe und führte dort zehn Jahre einen erfolglosen und verlustreichen Krieg gegen – insbesondere von den USA – gestützte muslimischen Gruppen. 1990 überfiel der Irak das Emirat Kuwait, was zum zweiten Golfkrieg einer US-geführten westlichen Allianz gegen den Irak führte. Die Terroranschläge des 11. September 2001 mündeten in einen langjährigen und bis heute nicht beendeten Krieg einer ebenfalls westlichen Allianz gegen die Taliban in Afghanistan. 2003 begann der Krieg der USA gegen den Irak mit dem Ziel eines „Regimewechsels“, der auch gelang, aber ein zerstörtes, geteiltes und kaum zu regierendes Land hinterließ. In der gesamten arabischen Welt kam es 2011 zu Protesten gegen die herrschenden Klassen und zu Revolutionen bzw. Revolutionsversuchen. In Syrien begann ein bis heute anhaltender Bürgerkrieg. Von Saudi-Arabien, Quatar und anderen arabischen Staaten sowie von fremden Söldnern unterstützte sunnitische Kämpfer errichteten in deren Folge den Islamischen Staat, der eine Terrorherrschaft aufbaute. Viele – zum Teil verdeckte – Mitspieler (IS, irakisches und iranische Regime, Türkei, Saudi-Arabien, Quatar, USA, Russland, Kurden etc. ) mit unterschiedlichen Interessen schürten den Krieg, so dass sämtliche Friedensbemühungen bislang gescheitert sind und zu einer Zerstörung großer Teile Syriens und des Iraks geführt haben. Die Kriege im Nahen Osten haben zu großen – auch Deutschland und Europa betreffenden – Flüchtlingswellen geführt und zu innerdeutschen und -europäischen Verwerfungen, so dem erstarken populitischer Bewegungen und Parteien und Streit innerhalb der Europäischen Union.

Kaum eine Region der Welt steht so im Fokus von langandauernden Konflikten und Kriegen wie die Staatenwelt des Nahen und Mittleren Ostens. Seit dem Ausbruch des Ersten Weltkieges ist in diesem Raum kein Jahrzehnt ohne kriegerische Auseinandersetzungen und Massengewalt vergangen. Gefragt werden soll auf dieser Tagung nach den Ursachen dieser Dauerkrise. Es soll beispielhaft auf gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungsprozesse geschaut werden sowie die Frage nach der Rolle des Islam für diese Entwicklungen. Dabei wird auch auf die Wechselbeziehungen zwischen Europa und der islamischen Welt eingegangen. Es wird ausgelotet werden, wie und welche Wege zu einer friedvolleren Zukunft gefunden werden können.

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