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Stadt- und Kulturgeschichte von Temeswar/Timişoara /Temesvár

Seminar in Zusammenarbeit mit dem Förderverein der Lenauschule sowie dem Kultur- und Dokumentationszentrum der Donauschwaben in Ulm

Zeitraum:
Kategorie: Bildung Heiligenhof
Veranstaltungsort: Der Heiligenhof - Alte Euerdorfer Str. 1 - D-97688 Bad Kissingen

2021 wird Temeswar, mit 320.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Rumäniens – neben zwei anderen Städten – Kulturhauptstadt Europas. Über Jahrhunderte, teilweise bis in die Gegenwart, ist der multiethnisch, multikonfessionell und vielsprachig geprägte Ort wie die gesamte Region auch von den Banater Schwaben und anderen deutschsprachigen Siedlergruppen geprägt worden. Der Ort ist 1177 erstmals urkundlich erwähnt. Er besaß für die ungarische Krone eine große strategische Bedeutung. König Karl I. Robert machte 1315 Temeswar zu seiner Residenz. Aufgrund des nach Westen expandierenden Osmanischen Reiches wurde der Ort zu einer der stärksten Festungen in Ungarn ausgebaut, von wo auch viele Feldzüge gegen die Osmanen starteten. 1552 wurde Temeswar von den Osmanen erobert und für anderthalb Jahrhunderte Sitz eines Wilajets, eine prosperierende orientalische Stadt. In den osmanisch-habsburgischen Kriegen geriet sie zwischen die Fronten und es begann ihr Niedergang. Sie war die letzte osmanische Festung an der Donau und wurde erst 1716
von Prinz Eugen erobert. 1718 kam das Temeswarer Banat an Habsburg und wurde ein Kronland. Die Stadt wurde als barocke Musteranlage neu aufgebaut und befestigt, die sie umgebenden Sümpfe trockengelegt. Aus dem süddeutschen Raum, aus dem Elsaß, Italien, Böhmen etc. wurden weitere Menschen angesiedelt. Es lebten bereits autochthone Rumänen, Ungarn und Serben dort. Im 19. Jahrhundert erblühten in Temeswar die Industrie und der Handel, das Bildungswesen und kulturelle Einrichtungen. Mitte des 19. Jahrhunderts waren die Deutschen mit rund 40 % die größte ethnische Gruppe, mit abnehmender Tendenz sogar bis in die Zwischenkriegszeit. Die Unternehmerschaft stammte ebenfalls vor allem aus dem deutschen Bürgertum. Im Gefolge des Ersten Welkrieges kam Temeswar an Rumänien. Das Banat wurde geteilt, die Wirtschaftsverbindungen in den Westen gekappt, die Entwicklung retardierte. Im Sozialismus wurde insbesondere die Schwerindustrie aufgebaut und dadurch bedingt gab es eine große Bevölkerungsexpansion, insbesondere einen Zuzug von Rumänen, der den Anteil aller anderen ethnischen Gruppen schrumpfen ließ. Die Deutschen Temeswars migrierten – wie nahezu alle Deutschen Rumäniens – ab den 1970er Jahren in die Bundesrepublik Deutschland. Die letzte große Welle kam
nach dem politischen Umsturz in Rumänien von 1989, der in Temeswar ausgelöst wurde. Es gibt in der Stadt angesehene deutschsprachige Bildungs- und Kultureinrichtungen und ein wertvolles städtebauliches und architektonische Erbe. Auf der Lenauschule waren zwei deutsche Nobelpreisträger Schüler.

Das detaillierte Programm folgt.

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